Lobwort

Das Lobwort (auch Markerwort oder "Click" beim Clicker) dient dazu, dem Hund punktgenau mitzuteilen, wann er etwas richtig macht. Genau nach dem Prinzip des Clickers, konditioniert man das Lobwort (siehe auch: Das Beibringen von Kommandos (Konditionierung)), sodass der Hund das gewählte Wort mit der Gabe von Futter verbindet.

Dadurch ergibt sich die Möglichkeit, den Hund in seinem Verhalten direkt in dem Moment zu bestätigen, in dem er es zeigt. Nur das Wort zu sagen ist außerdem viel schneller, als erst nach dem Leckerlie in der Tasche zu kramen und es dem Hund dann erst zu geben. Gerne fällt es einem vorher vielleicht sogar noch runter oder der Hund sieht in diesem Moment etwas das ihn interessiert und was er nun stattdessen mit der Futtergabe verbindet.


Das Lobwort eignet sich auch sehr gut für Übungen auf Entfernung, da man so die Zeit hat, das Leckerlie zum Hund zu bringen, der meistens schon gespannt wartet und sich vollkommen auf den näherkommenden Keks konzentriert und dafür andere interessante Sachen ausblendet.


Für ein sicher funktionierendes Lobwort, dass die Basis für das Erlernen von Kommandos und Verhaltensweisen ist, muss man sich jedoch im Klaren sein, dass das Lobwort ein Versprechen (!) an den Hund ist, das ihm ein Leckerlie garantiert. Dieses Versprechen darf man weder leichtfertig geben, noch brechen.


Wenn der Hund diesem Wort wirklich vertraut, ergibt sich außerdem der Nebeneffekt, dass man kein Kommando dafür benötigt, dass der Hund einen anschaut, denn wenn er ein Leckerlie erwartet, wird er automatisch in dem Moment, in dem er das Lobwort hört, zu einem schauen. Schließlich ist dass die Richtung, aus der das Leckerlie kommt.


Gebe ich dem Hund also beispielsweise das "Fuß"-Kommando, weil ein Reiz von vorne kommt und lobe ihn dann mit dem Lobwort dafür, dass er an meiner Seite geht, wird er zu mir hoch schauen und ein Leckerlie erwarten. Gleichzeitig kann er sich natürlich nicht auch noch nach vorne konzentrieren.


Nachdem er das Leckerlie gefressen hat, wird er vermutlich wieder zum Reiz und dann wieder zu mir hoch schauen. In diesem Moment gebe ich erneut das Lobwort und ein Leckerlie. So erreiche ich auf lange Sicht, dass der Hund, wenn er etwas Interessantes sieht, freiwillig zu mir schaut, ohne das Hochschauen über ein Kommando einfordern zu müssen.


Warum ein Lobwort statt des Clickers verwenden?

Grundsätzlich habe ich überhaupt nichts gegen den Clicker einzuwenden, zumal das Klick-Geräusch für den Hund immer gleich und emotionslos gegeben werden kann, genau wie ein Pfiff der Pfeife. Daher habe ich den Clicker anfangs auch immer benutzt und nutze ihn heute noch, wenn ich weiß, dass ich meinem Hund eine Übung beibringen will, die ihm sehr schwer fallen wird. Dann hilft mir der Clicker auch bei vielen Fehlversuchen nicht ungeduldig zu werden.


Dennoch ist es für mich im Alltag und auch beim Dummytraining einfacher mit der Stimme zu loben und den Clicker nicht noch in der Hand halten zu müssen. Da ich das Prinzip des Clickers jedoch so schätze, habe ich es direkt auf das Lobwort übertragen und es an die Leckerliegabe gekoppelt.


Welche Wörter sind als Lobwort geeignet?

Das Lobwort sollte freundlich und motivierend klingen. Daher sind zweisilbige Wörter besser geeignet als einsilbige. Außerdem sollte die Stimme recht hoch klingen. Dafür sind Wörter gut geeignet, bei denen der Buchstabe "i" betont wird. Da sich bei der Aussprache dieses Buchstabens sogar tiefe Männerstimmen für einen Moment erhöhen.


Am besten merkt man den Unterschied, wenn man die Wörter "Fein" und "Prima" miteinander vergleicht. "Priiima" kann man außerdem viel besser verlängern als "Feiiin". Außer man sagt "Feiniii". 😁


Generell ist jedoch am Wichtigsten, welches Wort einem am besten liegt und welches man voller Überzeugung, notfalls auch vor vielen Menschen (!), laut und deutlich rufen mag, ohne dass es einem peinlich ist. Das gilt natürlich auch für alle anderen Kommandos und auch für den Hundenamen.



Anleitung:

Das Beibringen von Kommandos (Konditionierung)

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