Worterklärung (Glossar)

Anschneider

Ein Hund, der gefundenes Wild nicht zurückbringt, sondern ganz oder teilweise frisst. (Ausscheidungsfehler)

Apportieren

lat. apporto

(herbeitragen, -bringen)

Wenn der Hund einen Gegenstand im Maul zum Hundeführer trägt.

Arbeitslinie

In Arbeitslinien wurde bei der Zucht vor allem nach der Arbeitsleistung im jagdlichen Bereich selektiert. Der Begriff "Arbeitslinie" taucht jedoch nicht in den Papieren des Hundes auf, sondern ergibt sich aus den Eigenschaften der vorangegangen Generationen und ist ggf. in der Ahnentafel an den Titeln FTW, FTCH, Int. FTCH erkennbar.

Blind

engl. blind

(nicht sehen/bemerken)

Dummys oder Wild, das nicht geworfen, sondern für den Hund unbemerkt ausgelegt wurden.

Blinken

engl. to blink

(über etw. hinwegsehen)

Wenn ein Hund ein Dummy oder Stück Wild gefunden hat, dies aber nicht aufnimmt und zum Hundeführer zurückbringt, sondern es absichtlich liegen lässt und weiter sucht.

Doppelmarkierung

siehe: Markierung

Dual Purpose

engl. dual-purpose

(zweifach verwendbar)

Ein Hund der sowohl bei der Arbeit als auch bei der Show erfolgreich ist.

Dummy

engl. dummy

(Attrappe)

Ein mit Granulat gefülltes Leinensäckchen, das als Wildersatz zum Apportieren dient.

Dummyprüfung

Die Arbeitsprüfung mit Dummys für Retriever (APD/R) ist eine Apportierprüfung mit den Klassen A (Anfänger), F (Fortgeschrittene) und O (Open). Die APD/R (Anfänger) wird beispielsweise benötigt, um an einem Workingtest der Klasse A teilzunehmen.

Einspringen

Der Hund startet zum Dummy (oder Wild) ohne vom Hundeführer ein Kommando erhalten zu haben.

Einweisen

Der Hundeführer weist dem Hund mit akustischen Signalen (Pfiffe) und optischen Signalen (Handzeichen) den Weg zum Wild oder Dummy.

Field Trial (F. T.)

Ein Field Trial ist eine Prüfung des Hundes während einer Niederwildjagd, bei der das frisch geschossene Wild apportiert wird.

Field Trial Linie

Siehe Arbeitslinie

Große Suche

Bei der großen Suche soll der Hund einen größeren Bereich absuchen, indem mehrere Stücke Wild oder Dummys liegen und diese nacheinander zurückbringen.

Hartes Maul

Wenn der Hund das Dummy oder das Stück Wild beim Tragen im Maul beschädigt, spricht man von einem "harten Maul". (Ausscheidungsfehler) Das Gegenteil, also ein "weiches Maul" ist gewünscht.

Jagdliche Leistungszucht

Bei einem Labrador aus "jagdlicher Leistungszucht " (steht im Gegensatz zum Begriff "Arbeitslinie" direkt in den Papieren) haben beide Elternteile zum Zeitpunkt der Geburt der Welpen eine jagdliche Prüfung abgelegt (in Deutschland z. B. die BLP).

Knautschen

siehe "Hartes Maul"

Line

engl. Linie

siehe "Walk-up"

Markieren

engl. to mark sth.

(etwas markieren)

Wenn der Hund die Flugbahn eines Dummys beobachtet und sich die Fallstelle merkt.

Markierung

engl. mark

Eine Markierung ist ein für den Hund sichtbar geworfenes Dummy, dessen Fallstelle er sich merken soll.

Out of control

engl. außer Kontrolle

Ein Hund ist "out of control", wenn er nicht mehr auf die Kommandos des Hundeführers hört, sondern eigenständig agiert.

Showlinie

engl. to show

(zeigen, ausstellen)

In Showlinien wurde bei der Zucht vorwiegend auf Schönheit und den damit verbundenen Erfolg auf Ausstellungen selektiert. Auch der Begriff "Showlinie" taucht genau wie der Begriff "Arbeitslinie" nicht in den Papieren des Hundes auf, sondern ergibt sich aus den Eigenschaften der vorangegangen Generationen. Auch hier können Titel in der Ahnentafel ggf. Aufschluss geben. Showtitel sind z.B. die Abkürzungen CH, Int. CH und Ähnliches.

Spezielle jagdliche Leistungszucht

Ergänzend zur "jagdlichen Leistungszucht" müssen hier nicht nur beide Elternteile, sondern auch die Großeltern eine der hierfür anerkannten Prüfungen abgelegt haben.

Standardzucht

Standardzucht bezieht sich ebenso wie die "jagdliche Leistungszucht" auf die Prüfungen, die die Elterntiere abgelegt haben. Hat ein Elternteil die erforderliche jagdliche Prüfung nicht abgelegt, werden die Welpen als "Standardzucht" eingetragen. Somit kann also auch ein Hund aus Arbeitslinien eine "Standardzucht" sein und ein Hund aus Showlinien eine jagdliche Leistungszucht. Entscheidend sind die Prüfungen der Elterntiere zum Zeitpunkt der Geburt der Welpen. Auch wenn die Eltern nachträglich die erforderlichen Prüfungen ablegen, wird aus der einmal in die Ahnentafel eingetragenen Standardzucht keine jagdliche Leistungszucht mehr. Ein erneuter Wurf mit den gleichen Eltern würde jedoch als jagdliche Leistungszucht eingetragen werden.

Steadyness

engl. steady

(fest, stabil)

Steadyness bezeichnet die Fähigkeit des Hundes ruhig neben dem Hundeführer zu warten, auch wenn er von vielen Reizen durch fliegende Dummys, Schüsse und Ähnliches umgeben ist.

Tauschen

Tauschen bedeutet, dass der Hund bereits ein Dummy im Maul hat, dies dann aber fallen lässt, um ein anderes aufzunehmen.

Totengräber

Ein Totengräber ist ein Hund, der ein gefundenes Stück Wild (oder auch Dummys) vergräbt, statt es zum Hundeführer zurückzubringen. (Ausscheidungsfehler)

Treiben

Bei einem Treiben gehen Helfer (die Treiber) Lärm machend durch ein Gebiet um Wild herauszutreiben. Für Aufgaben mit Dummys wird dieser Vorgang simuliert.

Unsteadyness

engl. unsteady

(zittrig, wacklig)

Ein Hund, der unruhig neben seinem Hundeführer sitzt, fiept oder einspringt ist unsteady. (Ausscheidungsfehler)

Walk up

engl. hinaufgehen

Bei einem Walk-up gehen mehrere Hundeführer, Hunde und Richter in einer Linie (Line) über ein Gelände, um eine Streifjagd zu simulieren. Es werden dabei auf Anordnung der Richter verschiedene Markierungen und Blinds gearbeitet.

Weiches Maul

Ein weiches Maul ist die Voraussetzung, um ein Stück Wild oder Dummy beim Tragen nicht zu beschädigen. Gegenteil: "Hartes Maul", "Knautschen"

Workingtest

Ein Workingtest ist eine Apportierprüfung, die aber anders als z. B. die Dummyprüfung keine Prüfungsordnung mit speziellen Fächern und Aufgaben hat. Somit werden die einzelnen Aufgaben von den Richtern selbst festgelegt. Es wird sich vor allem an jagdlichen Situationen orientiert, die Prüfung wird aber mit Dummys durchgeführt.