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Über den Labrador

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Die Frustrationstoleranz

Genau wie Kinder müssen auch Hunde lernen, dass sie nicht immer alles haben können. Damit sie in frustrierenden Situationen nicht übermäßig gestresst werden, muss es für sie zur Gewohnheit werden, dass sie nicht immer alles bekommen, was sie gerade wollen, sondern dass es auch Verbote gibt.

Dies beginnt schon mit der Erziehung im persönlichen Umgang und geht auch später in der Ausbildung weiter. Es müssen Zeiträume ausgehalten werden, in denen sie ein Ziel vor Augen haben, aber noch nicht dorthin dürfen. Zum Beispiel, wenn sie zum Apportieren geschickt werden sollen, aber erst noch warten müssen, bis sie dran sind oder auch wenn sie ihr Futter oder Spielzeug sehen, es aber nicht sofort bekommen.


Dies erreicht man, indem sie nicht plötzlich und unvorbereitet solchen Situationen ausgesetzt werden, nachdem sie vorher immer alles sofort durften, sondern indem das Warten von Anfang an zu ihrem Alltag gehört.


Das Futter wird beispielsweise vorbereitet, aber noch nicht runter gestellt, weil man erst noch etwas anderes macht. Wenn man dann die Schüssel runter stellen will, achtet man darauf, dass der Hund Abstand hält. Meistens will der Hund sofort zur Schüssel, sobald sie sich dem Boden nähert. Passiert dies, hebt man die Schüssel wieder hoch und wartet, bis der Hund sich hingesetzt hat. Nun senkt man die Schüssel wieder Richtung Boden.


Bleibt der Hund nun sitzen, stellt man die Schüssel ab und gibt ihm eine Freigabe z. B. mit "Nimms". Nähert er sich jedoch ohne der Freigabe wieder der Schüssel, nimmt man sie sofort wieder hoch und wiederholt den Vorgang solange, bis er wirklich ruhig wartet, bis er die Freigabe bekommt.


Bitte keine Ausreden für den Hund erfinden, wie z. B. "Aber er hat doch so Hunger! Dann muss ich ihm auch schnell das Futter geben!"


Mal abgesehen davon, dass vor allem Labradore IMMER gerade kurz vorm Verhungern sind, auch wenn man sie eine Stunde früher füttert, muss man sich im Klaren sein, dass es mehr als unfair ist, wenn man zulässt, dass der Hund einen in solch einer unwichtigen Situation dazu bringt, möglichst schnell seine Bedürfnisse zu erfüllen und man in einer anderen viel schwierigeren Situation verlangt, dass er ruhig auf etwas wartet, bis er dran ist.


Denn in allem was man tun, muss es darum gehen, den Stress für den Hund möglichst gering zu halten und das erreicht man nicht, indem man Stress völlig vermeidet. Das funktioniert nämlich nicht. Vielmehr muss man den Hund stressigen Situation langsam und dosiert aussetzen, sodass er sie verarbeiten kann und sie zukünftig nicht mehr als stressig empfindet.

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