Die Grundposition

In der Grundposition sitzt der Hund üblicherweise an der linken Seite des Hundeführers.

Das Schultergelenk des Hundes sollte sich auf Höhe des Knies des Hundeführers befinden, die Pfoten dabei allerdings nicht über seine Fußspitzen hinausragen. Daher ist je nach Größe des Hundes auch eine Positionierung etwas weiter hinten möglich, wenn es dem Hund so leichter fällt, die Position einzunehmen.


Wichtig ist, dass der Hund in dieser Position möglichst dicht neben dem Hundeführer sitzt und aufmerksam wartet, bis ein neues Kommando folgt.


Möglichkeiten um in die Grundposition zu gelangen

Um aus dem Vorsitzen die Grundposition einzunehmen, hat der Hund zwei Möglichkeiten. Entweder geht er an der rechten Seite vorbei, hinter dem Hundeführer entlang und dann an seine linke Seite oder er geht direkt an seine linke Seite und dreht sich dort dann um 180 Grad.

Auch wenn die erste Möglichkeit möglicherweise für einige Hunde einfacher ist, birgt sie einige Schwierigkeiten in Bezug auf die korrekte Ausführung der Grundposition.


Viele Hunde neigen bei dieser Variante dazu, wenn sie ihre Position verbessern wollen, noch einmal um den Hundeführer herum zu gehen. Dies könnte, je nach Richter, in einer Dummyprüfung als Einspringen und ohne Dummy zurückkommen gewertet werden. Denn faktisch hat der Hund das Bein des Hundeführers ohne Kommando verlassen und ist danach dahin zurückgekehrt.


Aber auch, wenn man keine Dummyprüfung anstrebt, sollte man sich bewusst sein, dass man in der Zeit, in der der Hund einen umrundet, ihn nicht sehen kann. Der Hund könnte in diesem Moment also etwas sehen, das ihn ablenkt, was man selbst gar nicht mitbekommen hat und so nicht rechtzeitig einwirken kann.


Die zweite Möglichkeit macht es dem Hund somit leichter sich zu konzentrieren, da er eine schnelle, enge Wendung ausführen muss und seinen Blick dadurch nicht lange schweifen lassen kann.


Wie bringt man dem Hund die Grundposition bei?

Die Grundposition kann schon von klein an mit dem Hund geübt werden. Bereits dem Welpen kann man aus dem Vorsitzen (oder Stehen) mit einem Futterstück in der Hand in diese Position locken. Sobald er korrekt sitzt, gibt man das Kommando "Fuß", sagt das Lobwort (z. B. Prima) und gibt ihm das Futterstück mit der Hand ganz dicht am eigenen Bein.


Das Locken mit dem Futter dient aber nur als Hilfe, damit der Hund weiß, worum es geht. Meistens kann man nach ein paar Versuchen schon das Futterstück in der Hand weglassen, da der Hund der Hand folgt.


Das verbale Kommando wird parallel dazu an den Anfang der Übung gesetzt. Man gibt das Kommando "Fuß" und macht dann die Hand- oder Schulterbewegung. Nach einigen Versuchen verlängert man die Zeit zwischen Kommando und Schulterbewegung ebenfalls, um zu sehen, ob der Hund das Kommando "Fuß" schon verstanden hat.

Wichtig ist, dass man nur die Hilfen abbaut, aber nicht die Belohnung! In der korrekten Position wird der Hund immer verbal gelobt und mit Futter bestätigt.

Das längere Sitzen in der Grundposition wird erreicht, indem man langsam die Abstände zwischen dem Hinsetzen und der Futtergabe verlängert, aber eben nicht ganz weg lässt.


Wie schnell man bei jedem einzelnen Schritt vorgehen kann, kann man nur herausfinden, indem man den Hund genau beobachtet. Als Hundeführer muss man oft sehr schnell sein, um genau zum richtigen Zeitpunkt die korrekte Ausführung zu loben und nicht, wenn der Hund schon wieder aufgestanden ist. Außerdem muss man sehr genau dabei sein. Wenn der Hund beispielsweise schon bei einigen Wiederholungen schön dicht am Bein in der Grundposition gesessen hat, lobe ich ihn nicht, wenn er plötzlich einen Meter weit entfernt sitzt.


Ich warte kurz, ob er sich selbst korrigiert und dichter rückt. Wenn er das tut, lobe ich ihn wieder und gebe ihm ein Futterstück. Wenn nicht, gebe ich das Korrekturwort (z. B. Äh Äh) und wiederhole "Fuß" und mache eventuell auch wieder eine Hand- oder Schultergeste dabei.


Bevor ich jedoch zu oft korrigiere oder der Hund selbst seine Position zu oft korrigiert, starte ich die Übung lieber neu. Ich möchte nicht, dass der Hund verknüpft, dass er sich beispielsweise einen Meter entfernt hinsetzt, man wartet oder ihn korrigiert und er erst dann an einen heranrutscht. Das Ziel ist ja, dass er auf Anhieb genau die richtige Position einnimmt. Braucht der Hund nun jedesmal mehrere Korrekturen ist das nicht zielführend.


Daher sage ich, wenn ich davon ausgehen kann, dass der Hund das Kommando grundsätzlich verstanden hat, nur einmal: "Fuß". Sitz der Hund anschließend nicht korrekt, sage ich mein Korrekturwort, stelle mich ihm gegenüber, sodass er wieder vor mir sitzt und sage wieder "Fuß". Wenn der Hund es generell gewohnt ist, über "richtig" und "falsch" an die Übungen herangeführt zu werden, wird er so merken, dass nur die korrekte Ausführung zur Belohnung führt.


Dennoch darf ich den Hund keinesfalls durch zu viele Korrekturen demotivieren. Wenn 1-2 Korrekturen nicht ausreichen, sollte man lieber wieder einen Schritt zurück gehen und die Übung durch Hilfen und früheres Loben einfacher machen.


Außerdem sollte man eine neue Übung immer als erstes in reizarmer Umgebung üben und dann langsam Ablenkungen dazu nehmen. Zusätzlich muss ein Hund eine Übung an mehreren Orten ausgeführt haben, bevor er generalisiert, dass ein Kommando überall das gleiche bedeutet. Wenn eine Übung also schon gut geklappt hat und plötzlich nicht mehr, sollte man sich immer fragen, was es dem Hund in dieser Situation gerade schwer machen könnte.

Ein Hund macht niemals etwas um dich zu ärgern!

Grundlagenwissen zu dieser Übung:

Das Beibringen von Kommandos (Konditionierung)

Lobwort

Korrekturwort

Ablenkungen

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