Korrekturwort

Bei jeder Übung muss man bei einem Fehler des Hundes erst einmal davon ausgehen, dass er es noch nicht richtig verstanden hat und das wiederum heißt, dass ich es ihm noch nicht richtig beigebracht habe.

Bei der Korrektur geht es also auf keinen Fall darum, den Hund zu bestrafen, sondern ihn in die richtige Richtung zu leiten. Das Korrekturwort dient nur dazu, ihm mitzuteilen, dass er mit dem was er gerade tut nicht an seine Belohnung gelangen wird. Ganz nach dem "Topfschlagen-Prinzip" mit "heiß" und "kalt", sage ich ihm mit dem Lobwort, wann er richtig ist und mit dem Korrekturwort, wann er falsch ist.


Es ist allerdings trotzdem unerlässlich sich bei jeder Übung in den Hund hinein zu versetzen. Wenn man sich nämlich vorstellt, dass man sich, wie beim Topfschlagen mit verbundenen Augen im Kreis dreht und egal, welche Richtung man einschlägt, immer das Signal „kalt“ ertönt, wird man unweigerlich irgendwann aufgeben.


Muss man dem Hund also zu oft (mehr als 1-2 Mal) mit dem Korrekturwort mitteilen, dass er so nicht zum Erfolg kommen wird, sollte man schnellstmöglich die Übung einfacher machen, um den Hund nicht zu demotivieren.


Führt auch das nicht dazu, dass der Hund es nun richtig macht und man ihn loben kann, verlangt man immer noch zu viel. Jetzt sollte man unbedingt, eine ganz andere Aufgabe stellen, die der Hund bereits kann und die er zu 100% richtig machen wird. Das kann auch ein einfaches „Sitz“ sein, das ich nun anders als sonst, übermäßig belohne, um es als Grundlage zu nutzen, wieder positiv an die unbekannte Übung heranzugehen.


Gerade bei jungen Hunden, kann es jedoch auch sein, dass sie einfach geistig noch nicht in der Lage sind, eine bestimmte Übung auszuführen. Dies gilt vor allem für Dinge, die sehr viel Geduld und Bedacht erfordern oder aber ein gewisses Maß an Vertrauen an den Menschen und an sich selbst. Eine solche Übung dann einzufordern, ohne dass die Grundlage dafür gegeben ist, kann mehr schaden, als es nutzt.


Daher sollte man diese Übung dann einfach aufschieben und sie zu einem anderen Zeitpunkt neu aufbauen. Meistens geht es dann auch viel schneller und macht mehr Spaß.


Da Hunde ihr ganzes Leben lernen können, ist eine Pause außerdem keine verlorene Zeit, sondern eine gut Investition in die Zukunft und man vermeidet außerdem, die Beziehung zueinander durch ungute Gefühle zu belasten.


Wie bringe ich meinem Hund das Korrekturwort bei?

Das Korrekturwort lernt der Hund am besten im Zusammenhang mit dem Lobwort. Daher bringt man dem Hund erst solange das Lobwort bei, bis er den direkten Zusammenhang zwischen diesem Wort und der Belohnung verstanden hat. Das sieht man daran, dass der Hund, nachdem er das Lobwort gehört hat, eine Erwartungshaltung zeigt. Das äußert sich darin, dass er einen anguckt oder z. B. zu der Tasche schaut, in der man die Leckerlies aufbewahrt.


Wenn ich dem Hund nun zum Beispiel das "Sitz" beibringen möchte, halte ich ein Leckerlie über seinen Kopf und bewege meine Hand soweit nach hinten, bis er sich von alleine hinsetzt, um das Leckerlie besser sehen zu können. Dann sage ich das spätere Kommando "Sitz", gebe das Lobwort und er bekommt das Leckerlie.


Nun klemme ich das Leckerlie zwischen Daumen und Zeigefinger, halte ihm die flache Hand entgegen (wie bei einem Stoppsignal) und bewege die Hand wiederum so weit nach hinten bis der Hund sich setzt, sage "Sitz" und danach mein Lobwort.


Relativ schnell lasse ich das Leckerlie in meiner Hand nun weg und versuche es nur mit der Hand und dem Kommando "Sitz". Wenn dies klappt, freue ich mich, sage das Lobwort und gebe dem Hund danach ein Leckerlie aus meiner Tasche.


Klappt es nicht, sage ich mein Korrekturwort ("Äh Äh") und wiederhole "Sitz" zusammen mit dem Handsignal und einem Leckerlie in der Hand. Setzt der Hund sich nun hin, wiederhole ich "Sitz", sage das Lobwort und füttere dem Hund das Leckerlie. Danach wiederhole ich den Durchgang wieder ohne Leckerlie in der Hand.


So macht man eine Übung immer ein bisschen schwerer, wenn sie klappt und sofort wieder leichter, wenn sie nicht klappt, um den Hund nicht zu frustrieren oder nervös werden zu lassen.


Auf Dauer lernt der Hund so, dass auf das Lobwort eine Belohnung folgt und auf das Korrekturwort nicht. Trotzdem merkt er aber auch, dass die Korrektur kein "Beinbruch" ist, er sich aber bemühen muss, um es danach richtig zu machen.

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