Pfeifenkommandos

Beim Dummytraining wird vor allem beim #Einweisen mit Pfeifenkommandos (Welche Pfeife ist die richtige?) gearbeitet, da verbale Kommandos ab einer gewissen Entfernung für den Hund schlechter zu hören und zu unterscheiden sind.

Außerdem schont die Benutzung der Pfeife die Stimme des Hundeführers, der schon bei etwas Gegenwind relativ laut schreien müsste, damit es beim Hund auch ankommt. Um das zu vermeiden und auch um die Kommandos emotionsfrei zu halten, ist eine Pfeife unerlässlich.


Alle Pfeifenkommandos müssen ausgiebig konditioniert werden, damit der Hund genau weiß, was er bei welchem Kommando zu tun hat. Außerdem sollten sich die Pfiffe eindeutig voneinander unterscheiden. Dazu ist es wichtig zu wissen, dass der Hund schon vom ersten Ton des Pfiffes auf die weiteren Töne schließt, die seiner Meinung nach folgen müssten. Zusätzlich tut er dies auch noch in vollem Lauf und oftmals mit Witterung in der Nase, die er ebenfalls zeitgleich verarbeitet. Daher muss man es dem Hund so einfach wie möglich machen, die Kommandos unterscheiden zu können.


Der Kommpfiff (#Kommpfiff)

Beim Kommpfiff soll der Hund auf direktem Weg zum Hundeführer zurückkommen.


Beispiel:

–– –– Tüüt Tüüt (Lang lang)

- – - – | - – - – Tüdüt tüdüt | Tüdüt tüdüt (Kurz Lang Kurz Lang | Kurz Lang Kurz Lang)


Der erste Pfiff ist recht weit verbreitet, ich persönlich nutze aber inzwischen lieber den zweiten. Ich habe bei meinem älteren Hund sogar den Pfiff vom ersten auf den zweiten umgelernt, da er eine ganz andere Energie ausstrahlt als der erste. Der erste hat etwas schwermütiges, der zweite hingegen klingt fröhlich und aufmunternd und passt daher viel besser dazu, dass der Hund freudig zu einem gelaufen kommt, weil ihn dann eine tolle Belohnung erwartet und nicht, dass er etwas lassen soll, was er gerade tun wollte und deswegen widerwillig umkehren muss.


Der Informationspfiff, Aufmerksamkeitspfiff oder auch Stopp-Pfiff oder Sitzpfiff (#Infopfiff) Beim Informationspfiff soll der Hund sein eigenes Vorhaben unterbrechen (z. B. geradeaus laufen), sich zum Hundeführer umdrehen, sich hinsetzen (oder stehen bleiben) und ein neues Kommando erwarten (z. B. rechts oder links laufen).


Beispiel:

––––– Tüüüüüt (Laaaaang)


Ich bevorzuge hier den Begriff Informationspfiff gegenüber Aufmerksamkeitspfiff, Stopp-Pfiff oder Sitzpfiff, da ich finde, dass dieser Begriff eher geeigenet ist, die richtige Denkweise für dieses Kommando zu transportieren. Es geht hier nämlich nicht darum ein Abbruchkommando zu geben, was den Hund frustrieren könnte, sodass er das Kommando ungern und langsam ausführt, sondern viel mehr geht es darum, dem Hund zu vermitteln, dass man zusammen daran arbeitet das Dummy zu finden.


Also "sagt" man ihm nicht einfach: "STOPP!", sondern: "Warte mal! Ich helfe dir, dann findest du es!"


Es geht hier wirklich nicht um Wortklauberei, sondern um das Unterbewusstsein. Denn dort spielt sich sehr viel ab, was man selbst überhaupt nicht wahrnimmt, aber dafür der Hund. Er merkt, ob ich ihn nur von etwas abhalten will und mich dann ärgere, wenn er mein Kommando ignoriert, oder ob ich ihm helfen will, dass wir gemeinsam zum Ziel kommen.


Hierfür ist es immens wichtig (wie generell beim #Einweisen), dass ich als Hundeführer genau weiß, was ich da tue und was ich bewirken will. Daher finde ich den Begriff Informationspfiff so einleuchtend, da ich ihn nur gebe, wenn ich auch wirklich eine Information für den Hund habe. Wenn ich selbst nicht genau weiß, wo das Dummy liegt, brauche ich also gar nicht erst auf gut Glück mit dem Einweisen anfangen.


Der Ziel- oder Suchenpfiff (#Suchenpfiff)

Der Suchenpfiff steht in direktem Zusammenhang mit dem #Einweisen. Wenn ich den Hund also in eine bestimmte Richtung schicke, in die er idealerweise weiterläuft, solange kein anderes Kommando erfolgt und dann den Suchenpfiff gebe, sage ich ihm: "Jetzt bist du da! Schau mit den Augen wo es liegt" oder "Jetzt müsstest du Witterung haben, such mit der Nase weiter bist du es hast!"


Beispiel:

- - - | - - - (Tüt tüt tüt | Tüt tüt tüt)


Auch bei diesem Pfiff ist also der Grundgedanke, dass ich als Hundeführer weiß, wo das Dummy liegt oder zumindest einen ungefähren Bereich (Umkreis von ca. 1,5 bis 2 m) angeben kann, indem es sein müsste.


Daher gebe ich den Suchenpfiff, auch wenn der Name dies vermuten lassen könnte, niemals für die große Suche (#großeSuche), sondern verwende dafür ein verbales Suchenkommando (z. B. Such), da weder ich noch der Hund weiß, wo die Dummys liegen und ich mich in diesem Fall darauf verlasse, dass er sie eigenständig mit seiner Nase findet.

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